Newsletter mit Software oder einem Service versenden?

Sobald man mit dem Gedanken spielt, einen Newsletter zu versenden, wird man sich fragen, ob man dafür eine Software oder einen Service nutzen soll. In diesem Artikel schauen wir uns diese beiden Optionen im Detail an.


Briefkästen in der Wüste
© unsplash.com

Ein Newsletter wird oft an hunderte oder tausende Empfänger versendet. Zurecht muss man sich bei einem solchen hohen Volumen fragen, wie man den Newsletter denn in die Postfächer der Empfänger kriegt.

Vor- und Nachteile von Newsletter-Software und einem Service

Um Geld für einen Newsletter-Service zu sparen, wählen vor allem Anfänger die günstigste Option und nutzen entweder eine kostenlose Newsletter-Software oder kaufen einmalig eine Lizenz für ein Programm.

Natürlich will man die Übersicht über die Kosten behalten, daher macht eine Software, die man einmalig kauft oder gar kostenlos nutzen kann, durchaus Sinn. Doch ein guter Unternehmer weiß, dass es oft eine schlechte Idee ist, am Business zu sparen.

Eine Software für den Newsletter-Versand ist dabei keine Ausnahme.

Schauen wir uns zunächst einmal die Vor- und Nachteile einer Newsletter-Software an, um besser einschätzen zu können, ob es eine gute Option für Ihr Vorhaben ist.

Vorteile einer Newsletter-Software

  • Man behält die volle Kontrolle über die Daten. Man kann diese Daten jederzeit archivieren, sichern oder wiederherstellen.
  • Man kann eine kostenlose Software benutzen oder bezahlt einmalig für eine Lizenz und kann die Software danach unbegrenzt lange nutzen.
  • Man kann die Software meist mit weiteren Funktionen ausstatten, zum Beispiel durch Erweiterungen.

Nachteile einer Newsletter-Software

  • Man muss die Software installieren und danach regelmäßig aktualisieren. Wenn etwas kaputt geht, muss man es selbst reparieren oder jemanden finden, der diesen Job erledigen kann.
  • Die Zustellbarkeit kann deutlich schlechter sein als bei einem Service, weil die Mailserver nicht für den „Massenversand“ optimiert sind.
  • Das Risiko für Abmahnungen ist höher, da die meisten Programme zu alt sind und mit den neuen Regelungen vom Gesetzgeber oft nicht mithalten können.
  • Viele Webhoster verbieten oder beschränken die Nutzung eines Newsletters, somit kann man mit einer eigenen Software oft keine Massen-E-Mails versenden.
  • Sobald man schöne HTML-Newsletter erstellen möchte, muss man oft selber Hand anlegen und entsprechende Vorlagen selbst erstellen.

Die Newsletter-Software hat einige Vorteile, aber die Nachteile überwiegen die Vorteile teilweise deutlich. Schauen wir uns als Nächstes die Vor- und Nachteile eines Newsletter-Services an.

Die Vorteile vom Newsletter-Service

  • Man nutzt immer die aktuelle Version der Software und muss nichts installieren oder aktualisieren.
  • Die Zustellbarkeit der Newsletter ist teilweise deutlich besser als bei selbst installierter Software, weil die Mailserver optimal eingerichtet sind und die Services oft mit großen ISPs (GMX, 1&1, etc.) zusammenarbeiten.
  • Der Service wächst meistens mit den Anforderungen mit. Meistens kann man bereits kostenlos starten und mit dem Wachstum der Empfängerliste wird auch automatisch der Tarif erhöht.
  • Man muss sich kaum Gedanken um Abmahnungen machen, denn der Service muss sicherstellen, dass man alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt und ggf. die Software auf den aktuellen Stand bringen.
  • Es werden meistens viele kostenlose Newsletter-Vorlagen angeboten, die man per Mausklick bearbeiten/anpassen kann, um professionelle Newsletter erstellen zu können.

Die Nachteile vom Newsletter-Service

  • Will man den Anbieter wechseln, kann man höchstens die Empfängerlisten mitnehmen, alle anderen Daten bleiben beim alten Anbieter.
  • Es gibt teilweise überteuerte Anbieter und Tarife, daher muss man die Anbieter sehr gut vergleichen und denjenigen wählen, der am besten – auch vom Preis her – für ein Projekt passt.
  • Man teilt oft die Mailserver mit anderen Kunden, daher kann es passieren, dass ein anderer Kunde durch Spammaßnahmen einen Mailserver in eine Blacklist bringt und alle Kunden mit einer schlechtere Zustellbarkeit bestraft werden.

Ein Newsletter-Service bringt uns deutlich mehr Vorteile als im Vergleich eine Newsletter-Software. Vor allem wird deutlich, dass ein Service sehr viel Arbeit und auch einige Risiken abnimmt.

Man muss jedoch bei einem Service damit leben, dass man keine hundert prozentige Kontrolle über seine Daten hat. Sollte man jemals den Newsletter-Anbieter wechseln, wird man in den meisten Fällen kaum Daten vom alten Anbieter zum neuen übertragen können.

Wer mit diesem Nachteil einverstanden ist, kann mit einem Newsletter-Service nichts falsch machen.

Meine Erfahrungen mit Newsletter-Software und Services

Zuerst einmal sollte ich erwähnen, dass ich selber bereits an mehreren Newsletter-Programmen gearbeitet habe und weiß, wie diese funktionieren, schließlich habe ich eine solche Software bereits programmiert.

Auch habe ich einige Mailserver eingerichtet und administriert und weiß, welche Risiken dahinter lauern und wie viel Aufwand auf einen zukommt, wenn man einen Mailserver aktualisieren oder umkonfigurieren muss.

Auch habe ich Erfahrungen mit Newsletter-Services gesammelt, ansonsten könnte ich keine authentischen und hilfreichen Testberichte auf dieser Website veröffentlichen.

Ich kenne somit beide Seiten.

Wer mich fragt, was besser ist: eine Newsletter-Software oder ein Service, dann stelle ich folgende Fragen:

  • Bist du ein Web-Programmierer?
  • Kennst du dich mit HTML und CSS aus?
  • Kannst du PHP-Scripte auf einer Domain installieren?
  • Weißt du, was FTP ist?

Wenn der Interessent auch nur eine Frage mit einem „Nein“ beantwortet, muss dieser Kandidat zu einem Newsletter-Service greifen. Punkt.

Anders geht es nicht.

Eine Newsletter-Software ist etwas für Webdesigner, Programmierer und Web-Profis, die die Web-Technologien in- und auswendig kennen, so wie ich. Alle anderen müssen eine „fertige“ Lösung benutzen.

Außerdem:

Sobald man seine ersten Newsletter-Kampagnen startet, wird man keine Zeit mehr haben, um an der Technik zu feilen. Wer ausschließlich erwartet, dass die Software einfach nur „funktioniert“, sollte zu einem Service greifen.

Obwohl ich sehr viel Erfahrung mit Newsletter-Software und Mailservern habe, greife sogar ich meistens zu einem Service, weil mir oft einfach die Zeit fehlt, um eine Newsletter-Software perfekt einzurichten.

Ich kann niemandem, der keine Ahnung von der Technik hat, empfehlen, eine Newsletter-Software auf der eigenen Domain zu installieren. In den meisten Fällen werden diese Leute später einsehen, dass sie besser zu einem Newsletter-Service greifen sollten.

Fazit

Wenn Sie einfach nur Newsletter versenden möchten und von der Technik absolut nichts verstehen, müssen Sie zu einem Service greifen, eine Newsletter-Software wird nicht die richtige Wahl für Sie sein.

Die meisten Programme, die man selbst installieren muss, sind teilweise so kompliziert einzurichten und so unübersichtlich aufgebaut, dass kein Anfänger damit produktiv arbeiten kann.

Bei Newsletter-Services ist es meist genau das Gegenteil der Fall.

Man kann innerhalb von 30 Minuten alles lernen, was man wissen muss, um seinen ersten Newsletter zu versenden, der sogar im Postfach des Empfängers ankommt.

Die Bedienung ist meistens deutlich einfacher und besser durchdacht als bei „altmodischen“ Software-Lösungen.

Die meisten Newsletter-Versender verlieren nur ihre wertvolle Zeit, wenn sie sich mit Software herumschlagen. In dieser Zeit könnten sie erfolgreiche Newsletter-Kampagnen planen und mit diesen sogar relativ schnell erstes Geld verdienen.

Ich empfehle vor allem Anfängern, zu einem „guten“ Newsletter-Service zu greifen.

Vitali Lutz

Über Vitali Lutz

Vitali Lutz ist seit 2007 Internet-Marketer aus Leidenschaft. Bis heute beschäftigt er sich mit Kundenakquise durch automatisierte Prozesse und E-Mail-Marketing und hat jahrelange Erfahrungen beim Administrieren von Mailservern auf Linux-Systemen.

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