Newsletter-E-Mail als Text oder HTML versenden, was ist besser?

Welches Format, bei welcher Art von E-Mails sinnvoll ist

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E-Mail-Newsletter Text oder HTML

Wer Newsletter versenden will, beschäftigt sich häufig mit der Frage, welches Format man wählen soll: Text oder HTML. Obwohl E-Mail ursprünglich für „Plain text“, also reine Textinhalte gedacht war, finden wir heute immer mehr HTML-E-Mails im Postfach.

Lassen wir zunächst Fakten sprechen, wo HTML-E-Mails und wo die Text-Variante ihre Vorteile und Nachteile haben. Danach können wir Erfahrungswerte und andere Faktoren in die Entscheidung miteinbeziehen.

Vorteile und Nachteile eines HTML-Newsletters

Keine Frage, die HTML-E-Mails sehen modern und schön aus. Schauen wir heute in unser E-Mail-Postfach, finden wir dort mittlerweile mehr HTML-E-Mails als reine Text-Mails. Man könnte denken, dass HTML sich bei E-Mails zum Standard entwickelt hat.

Vorteile von HTML-E-Mails

Hand aufs Herz: HTML-E-Mails bieten uns sehr viele attraktive Vorteile:

Nachteile von HTML-E-Mails

Einige Nachteile der HTML-E-Mail sollte man ebenfalls bedenken:

Vorteile und Nachteile eines reinen Text-Newsletters

Möchte man seinen Newsletter als reinen Text versenden, hat man ebenfalls einige Vorteile, jedoch muss man auch die Nachteile noch vor der Planung einer Kampagne berücksichtigten, um später keine bösen Überraschungen zu erleben.

Vorteile von Text-E-Mails

Die folgenden Vorteile sprechen für den Einsatz von Text-E-Mails:

Nachteile von Text-E-Mails

Folgende Nachteile sprechen gegen den Einsatz von Text-E-Mails:

Was ist besser: HTML- oder Text-E-Mails?

Schaut man sich die Vorteile und Nachteile beider Formate an, stellt man fest, dass beide durchaus eine Daseinsberechtigung haben und man nicht generell sagen kann, welches Format besser oder schlechter ist.

Zunächst sollte man seine Zielgruppe analysieren und herausfinden, ob diese die klassischen E-Mails oder die neuen HTML-E-Mails mehr mag. In der Regel greifen heute die meisten Newsletter-Versender gleich zu der HTML-Variante, weil es eben moderner ist.

HTML-Template für E-Mail © medialoot.com
HTML-Template für E-Mail © medialoot.com

Während man eine HTML-E-Mail nahezu grenzenlos formatieren und designen kann, um den Empfänger von seiner Marke und Professionalität zu überzeugen, halten sich Text-E-Mails dezent zurück und liefern dem Empfänger nur puren Text-Content.

Bei den reinen Text-E-Mails gibt es keine Ablenkungen, keine Bilder und Farben – nur schwarzer Text auf weißem Hintergrund. Die Text-E-Mail weiß, mit Einfachheit zu überzeugen.

Der größte Nachteil der Text-E-Mail betrifft die Links und die kaum vorhandenen Formatierungs-Möglichkeiten.

Eine erfolgreiche E-Mail-Kampagne lebt davon, den Leser über einen Link auf eine Webseite zu leiten, wo dieser anschließend zum Beispiel etwas kaufen kann.

Viele E-Mail-Programme wandeln eine offensichtliche Adresse (beginnend mit http://) automatisch in einen klickbaren Link um, manche Programme machen dies nicht und der Leser sieht eine URL auf dem Bildschirm, die man nicht klicken kann.

Das ist schlecht für den Leser und unseren Umsatz!

Dieses Problem hat man bei einer HTML-E-Mail nicht, denn dort legt man unter anderem einen Link eindeutig als solchen fest und das E-Mail-Programm muss diesen später klickbar machen.

Weiter sollte man berücksichtigen, dass das Web sehr modern und farbenfroh ist. Viele Internetnutzer erwarten, dass auch die E-Mail modern und schön ist. Nicht ohne Grund werden heute die meisten E-Mails im HTML-Format an den Empfänger versendet.

Es gibt sehr wenige Branchen, bei denen es sich wirklich lohnt, die klassische Text-E-Mail bei einer Newsletter-Kampagne einzusetzen. Immer mehr E-Mail-Nutzer gewöhnen sich außerdem an die HTML-E-Mail.

Das Multi-Format: HTML und Text in einer E-Mail

Auch wenn man sich unentschlossen ist, welches Format, das richtige für den Newsletter ist, sollte man seine E-Mail dennoch im HTML- und Text-Format versenden. Diese Praxis bewahrt dich unter anderem sogar vor großen Problemen, wie zum Beispiel Abmahnungen!

Wenn man eine E-Mail nur im HTML-Format versendet und das E-Mail-Programm die E-Mail nicht darstellen kann, gibt es zwei potenzielle Risiken:

  1. Der Empfänger wird eine leere Seite auf dem Bildschirm sehen, was ihm ganz sicher nicht gefallen wird.
  2. Du kannst eine Abmahnung kassieren, weil du eine kommerzielle E-Mail versendet hast, die keine Pflichtinformationen (Impressum) enthält.

Vor allem der zweite Punkt ist kritisch.

Du als Versender eines Newsletters musst in jeder E-Mail ein vollständiges Impressum haben. Fehlt entweder das Impressum oder der Abmeldelink, ist deine E-Mail abmahngefährdet.

Aus diesem Grund musst du für alle Newsletter eine separate Textversion erstellen, auch wenn der Newsletter ausschließlich im HTML-Format versendet wird!

Bei jeder guten Newsletter-Software kannst du heute neben dem HTML-Inhalt auch den Textinhalt festlegen. Und das solltest du in jedem Fall tun, auch wenn du deinen Newsletter primär im HTML-Format versenden möchtest.

Bei jedem Newsletter musst du eine reine Text-Version mitsenden, die zumindest den Leser darüber informiert, dass die E-Mail nur mit einem HTML-fähigen Klienten gelesen werden kann und zusätzlich dein vollständiges Impressum enthält.

Die „HTML-Text-E-Mail“ – der clevere Zwischenweg

Ich bin ein Fan von E-Mails, die sich nur auf den Textinhalt fokussieren. Ich mag keine farbenfrohen, blinkenden HTML-E-Mails – mich interessiert nur der eigentliche Inhalt der E-Mail, mich interessiert nur der Text.

Und schon gar nicht mag ich E-Mails mit schwarzem Hintergrund und weißer Schrift!

Wenn man schon HTML-E-Mails versendet, sollte man sich wenigstens mit den Design-Grundlagen beschäftigen oder jemanden finden, der die E-Mail „Userfreundlich“ gestaltet.

Alternativ kann man sich die Arbeit ganz leicht machen, indem man eine HTML-E-Mail wie eine ganz normale Text-E-Mail gestaltet und in diese nur die wichtigsten HTML-Elemente einfügt, zum Beispiel Bilder, dadurch hat man folgende Vorteile:

Wenn ich meinen Newsletter-Lesern „Inhalt“ verspreche, greife ich fast immer auf das einfache HTML-Text-E-Mail-Design zurück. In einem solchen Fall bekommt der Empfänger eine E-Mail mit viel Text, einigen HTML-Formatierungen und einigen Links, die man klicken kann.

Hier ist ein Beispiel:

Beispiel für eine Text-E-Mail
Beispiel für eine Text-E-Mail

Das funktioniert aber nur, wenn man sich bei einem Newsletter auf den Textinhalt fokussiert. Anders sieht es aus bei Newslettern eines Shops. Denn hierbei „erwartet“ der Leser Produktbilder und schöne Grafiken, die man anklicken kann.

Hier ist ein Beispiel für den Newsletter von GOG.com mit Angeboten für PC-Spiele:

Beispiel für einen grafischen Newsletter
Beispiel für einen grafischen Newsletter

Man sieht sofort, dass es eine E-Mail mit Angeboten für PC-Spiele ist. Wie könnte man den gleichen Werbeeffekt mit einer puren Text-E-Mail erreichen?

Unmöglich!

Wer hingegen einfache Text-E-Mails an seine Leser versendet, kann mit simplen E-Mails, die nur Text und wenige Formatierungen enthalten, arbeiten, so wie ich es tue. Solche E-Mails funktionieren auch heute noch sehr gut und sind schnell erstellt!

Es gibt kein richtig oder falsch

Da ich ausschließlich mit einfachen HTML-E-Mails arbeite, die so ziemlich genauso aussehen, wie reine Text-E-Mails, nur mit dem Unterschied, dass sie einige Formatierungen wie Fettschrift und Links enthalten, kann ich sagen, dass solche E-Mails bei mir gut funktionieren.

Ein Newsletter hat im Grunde eines der folgenden Ziele:

  1. Dem Empfänger gewünschten Inhalt zu liefern.
  2. Den Empfänger dazu bringen, auf einen Link zu klicken.

Um diese Ziele zu erreichen, braucht man keine aufwendig gestalteten Newsletter!

Man kann mit einfachen E-Mails, die nur Text und Links enthalten, auch aus Marketing-Sicht sehr viel erreichen. In meinen Newslettern verwende ich fast nie Grafiken und schon gar nicht Videos.

Solche Elemente machen bei einer E-Mail oft keinen Sinn.

Das Wichtigste bei einer E-Mail ist die Botschaft, also der Text, schließlich sollte E-Mail ursprünglich ein Werkzeug zum Kommunizieren sein. Alles andere ist optional und kann die Wirksamkeit einer E-Mail sogar negativ beeinflussen.

Wichtig ist, für seine Newsletter-Kampagne zu entscheiden, was man damit eigentlich bezwecken will.

  1. Will man dem Empfänger einige Produkte aus dem Sortiment vorstellen?
  2. Will man den Empfänger auf ein Gewinnspiel oder Angebot aufmerksam machen?
  3. Will man den Empfänger mit purem Textinhalt versorgen?

Es gibt kein richtig und kein falsch, wenn es darum geht, sich für das richtige Format bei einem Newsletter zu entscheiden. Man macht das, was „sinnvoll“ ist und was in der jeweiligen Branche gut funktioniert.

Immer noch unschlüssig? Dann würde ich einfach einen Splittest machen.

Dazu würde ich 50 % einer E-Mail-Kampagne in der Text-Variante und die restlichen in der HTML-Variante an die Empfänger versenden. Welches Format die meisten Öffnungen und Aktionen erreichen kann, funktioniert bei der jeweiligen Zielgruppe am besten. Ganz einfach.

Statistiken können sich nicht irren, wir Menschen schon.

Fazit

Man kann nicht sagen, ob eine Text- oder HTML-E-Mail die bessere Wahl bei einem Newsletter ist. Es gibt Branchen, in denen funktionieren die klassischen E-Mails sehr gut, in anderen Branchen wird man mit solchen E-Mails von den Empfängern belächelt.

Vor allem Shop-Betreiber sollten heute bevorzugt zu der Option mit den HTML-E-Mails greifen. Man kann dem Empfänger Produkte in einer reinen Text-E-Mail nicht attraktiv präsentieren.

Genauso macht es keinen Sinn, wenn man an seine Empfängerliste einen Newsletter voll mit Grafiken und farbenfrohen Texten versendet, obwohl die Empfänger eigentlich puren Textinhalt in schwarzer Farbe auf weißem Hintergrund erwarten und gewöhnt sind.

Ob man letztendlich zu einer HTML- oder Text-E-Mail bei seinem Newsletter greift, hängt von vielen Faktoren und zu guter Letzt auch von der Zielgruppe und der Branche ab. Als Anbieter gibt man der Zielgruppe genau das, was diese will – und nicht das, was man am besten findet.

Autor
Über Vitali Lutz

Vitali Lutz ist Internet-Marketer aus Leidenschaft. Er beschäftigt sich unter anderem mit Kundenakquise durch automatisierte Prozesse und E-Mail-Marketing und hat jahrelange Erfahrungen mit Administrieren von Mailservern.

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